
Ratgeber
Woran du erkennst, dass deine Website veraltet ist
Die wichtigsten Anzeichen siehst du ohne Fachwissen: fehlendes Schloss in der Adresszeile, eine Seite, die am Handy nicht passt, ein nicht erreichbares Impressum und eine Adresse, die ins Leere führt.
Antwort innerhalb eines Arbeitstags, direkt von mir.

Stand 22. September 2026, von Max Schneider · 8 Min. Lesezeit
Kurzgefasst
Eine Website zeigt ihr Alter nicht am Bildschirm im Büro, sondern am Handy und bei Google. Fünf Anzeichen prüfst du in wenigen Minuten selbst: das Schloss in der Adresszeile, die Ansicht am Telefon, das Impressum, die eigene Adresse und der Baukasten dahinter.
Eine Website altert nicht sichtbar. Sie sieht am Bildschirm im Büro aus wie immer, während sie am Handy zerfällt oder bei Google durchfällt. Die folgenden Punkte kannst du in ein paar Minuten selbst prüfen, ohne dass dir jemand etwas verkaufen muss.
Ich habe die Websites mehrerer tausend Betriebe in der Pfalz, in Rheinhessen und im Saarland maschinell abgerufen und auf sieben technische Punkte geprüft. Bei knapp 58 Prozent traf mindestens einer davon zu. Fünf dieser sieben kannst du ohne Werkzeug selbst nachsehen, und um die geht es hier.
58 %
Warum eine Seite altert, ohne dass jemand sie anfasst
Eine Datei ändert sich nicht von allein. Was sich ändert, ist alles drumherum. Browser haben angefangen, unverschlüsselte Seiten anzumeckern. Zertifikate laufen an einem festen Datum ab. Wer die Seite auf einem Redaktionssystem betreibt, sammelt Erweiterungen ein, die irgendwann niemand mehr pflegt, und der Anbieter tauscht darunter die Version der Software.
Dazu kommt ein Teil, der mit Technik nichts zu tun hat. Im Betrieb ruft niemand die eigene Seite so auf wie ein Fremder. Du tippst die Adresse nicht ein, du hast ein Lesezeichen. Nach dir selbst suchst du bei Google auch nicht. Gelesen wird am Bildschirm im Büro und nicht zwischen zwei Terminen im Auto.
Kein Betrieb sieht die eigene Seite so, wie ein Fremder sie sieht: am Telefon, über die Suche, ohne Lesezeichen und ohne zu wissen, was dort stehen müsste.
Das Schloss in der Adresszeile
Ruf deine Seite auf und schau links neben die Adresse. Fehlt dort das Schloss, oder steht da eine Warnung, läuft deine Seite ohne Verschlüsselung. Browser blenden dann je nach Einstellung eine Warnseite davor. Wer die sieht, klickt zurück.
Die Verschlüsselung selbst kostet heute nichts mehr. Jeder ernsthafte Anbieter legt das Zertifikat bei und erneuert es von selbst. Fehlt es trotzdem, ist die Seite seit Jahren nicht angefasst worden.
Ein zweiter Fall sieht ähnlich aus und bedeutet etwas anderes. Das Zertifikat ist da, aber abgelaufen. Dann wird der Browser noch deutlicher, weil ein ungültiger Schutz schwerer wiegt als gar keiner. Solche Meldungen halten auch geübte Besucher auf.
Wie wenig fremde Angaben an dieser Stelle taugen, habe ich beim Messen selbst gemerkt. Ein großer Teil meiner Adressen war aus Verzeichnisdaten als unverschlüsselt vorsortiert. Beim eigenen Abruf antworteten sieben von zehn davon sauber verschlüsselt.
71 %
Wenn dich also jemand anruft und sagt, deine Seite sei unsicher, schau nach, bevor du etwas unterschreibst. Das Schloss steht direkt vor dir.
Die Ansicht am Handy
Ruf deine Seite am Telefon auf, nicht am Rechner. Musst du hinein- und herausziehen, um Text zu lesen, ist die Seite nie fürs Handy gebaut worden. Wer unterwegs einen Betrieb sucht, hat das Telefon in der Hand und selten Geduld.
Technisch hängt das an einer einzigen Zeile im Quelltext. Sie sagt dem Telefon, wie breit die Seite gemeint ist. Fehlt sie, tut das Gerät so, als stünde ein großer Bildschirm davor. Genau diese Zeile habe ich abgefragt, weil sie eindeutig da ist oder eben nicht.
Das Fenster am Rechner schmal zu ziehen, ersetzt den Test nicht. Dabei siehst du, wie sich die Seite beim Verkleinern verhält, und nicht, was das Telefon daraus macht.
Ein weiterer Punkt fällt nur am Telefon auf: die Rufnummer. Ist sie als Bild eingebaut oder als reiner Text gesetzt, passiert beim Antippen nichts. Der Anrufer muss sie abtippen, und genau da hört das Interesse bei vielen auf.
Das Impressum
Klick dich von der Startseite aus zum Impressum durch. Findest du es nicht in zwei Klicks, findet es auch die Kundschaft nicht.
Beim Messen habe ich es mir einfach gemacht und nur gefragt, ob das Wort Impressum auf der Startseite überhaupt vorkommt. Bei einem Fünftel der erreichbaren Seiten kam es nicht vor.
20 %
Dass gar keins existiert, heißt das nicht. Es heißt, dass von der Startseite kein Weg dorthin führt. Die Ursachen sind meist banal. Der Link steht nur auf einer Unterseite. Er steckt in einer Grafik, die niemand als Link erkennt. Er zeigt auf eine Datei, die beim letzten Umbau liegen geblieben ist. Oder er ist so klein gesetzt, dass ihn am Telefon niemand trifft.
Die Adresse, die ins Leere führt
Tipp die Adresse ein, die in deinem Briefkopf, auf dem Fahrzeug oder in deinem Google-Eintrag steht. Landest du auf einer Fehlermeldung, bei einem Domainhändler oder bei einer ganz fremden Seite, dann schickst du seit Monaten Leute ins Nichts.
Das passiert häufiger, als man denkt. Eine Domain läuft aus, jemand anderes greift sie ab, und niemand im Betrieb merkt es, weil niemand die eigene Adresse eintippt.
Meist hängt es an einem Postfach. Die Erinnerung zur Verlängerung geht an eine Mailadresse, die seit dem letzten Wechsel niemand mehr liest, oder an eine Agentur, die es nicht mehr gibt. Erreicht die Rechnung niemanden, fällt die Domain nach einer Frist zurück in den freien Verkauf. Dort warten Leute, die genau auf solche Adressen bieten.
Prüf beide Schreibweisen, mit dem www davor und ohne. Es kommt vor, dass nur eine von beiden eingerichtet ist und die andere auf einer Fehlerseite endet. Für Google sind das zwei verschiedene Adressen, und deine Kundschaft tippt mal so und mal so.
Womit die Seite gebaut ist
Das sieht man nicht von außen, aber es gibt einen guten Hinweis: Steht der Name eines Baukastens in deiner Webadresse, meist vor deinem eigenen Namen, läuft die Seite auf einem Gratiszugang. Für einen Betrieb, der Angebote verschickt, wirkt das wie eine Mailadresse bei einem Freemailer.
Der praktische Nachteil kommt später. Die eigene Domain gibt es auf solchen Zugängen erst im bezahlten Tarif, das passende Postfach oft gar nicht. Und wenn du irgendwann wechseln willst, nimmst du Texte und Bilder mit, den Aufbau der Seite nicht.
Was davon wie dringend ist
Nicht jeder Punkt kostet gleich viel Geschäft, und nicht jeder kostet gleich viel Arbeit. So würde ich die fünf sortieren.
| Befund | Was der Besucher merkt | Wie dringend |
|---|---|---|
| Adresse führt ins Leere | er kommt gar nicht erst an | sofort, alles andere ist dann egal |
| keine Verschlüsselung | der Browser warnt ihn vor dir | hoch, beim Anbieter oft schnell erledigt |
| Seite passt nicht aufs Handy | er zieht, tippt daneben, geht zurück | hoch, selten ohne Umbau zu lösen |
| Impressum nicht erreichbar | er merkt nichts, ein Abmahner schon | mittel, oft nur ein fehlender Link |
| Gratisbaukasten | er liest es in der Adresszeile | niedrig, gehört in den nächsten Umbau |
Die Spalte rechts sortiert danach, was zuerst Geschäft kostet, und nicht danach, wie oft ich den Punkt gefunden habe.
So gehst du das in zehn Minuten durch
Nimm das Telefon, nicht den Rechner, und fang bei Google an.
- Such nach deinem Betrieb und klick auf das Ergebnis. Das Lesezeichen lässt du zu.
- Schau in die Adresszeile, bevor du liest. Schloss da oder nicht.
- Lies die Startseite, ohne zu ziehen. Tipp die Rufnummer an, sie sollte wählen.
- Scroll bis ganz nach unten und such das Impressum.
- Tipp die Adresse von deinem Fahrzeug von Hand ein, einmal mit www und einmal ohne.
- Zeig das Ganze jemandem, der deinen Betrieb nicht kennt, und schau ihm dabei zu.
Der letzte Schritt bringt am meisten und macht am wenigsten Arbeit. Wer die Seite zum ersten Mal sieht, sucht an Stellen, an denen du längst nicht mehr suchst, und gibt auf, bevor du es merken würdest.
Wenn dir das zu umständlich ist: Dasselbe Verfahren liegt als Selbsttest hier auf der Seite. Er ruft deine Adresse einmal ab und zeigt dieselben Punkte, die ich auch in der Erhebung gemessen habe.
Quellen
- Eigene Erhebung: maschineller Abruf der hinterlegten Websites von Betrieben in der Pfalz, in Rheinhessen und im Saarland, Stand Ende August. Die Zahlen je Gegend stehen auf den Regionsseiten.
- Pflichtangaben und ihre Erreichbarkeit: § 5 Digitale-Dienste-Gesetz, Gesetzestext im Original.
Häufige Fragen

Max Schneider
Meine Seite ist zehn Jahre alt, sieht aber noch gut aus.
Aussehen ist der Teil, der am langsamsten altert. Verschlüsselung, Handy-Ansicht und die Technik dahinter altern schneller, und genau die entscheiden, ob jemand überhaupt bis zum Aussehen kommt.
Muss ich deshalb gleich neu bauen?
Nicht zwingend. Ein fehlendes Schloss lässt sich beim Anbieter oft in einer Stunde nachrüsten, ein fehlender Impressumslink in fünf Minuten. Wenn aber mehrere Punkte zusammenkommen und das System dahinter nicht mehr gepflegt wird, ist ein Neubau meist billiger als das Flicken. Die Handy-Ansicht ist dabei der Punkt, der sich am seltensten nachrüsten lässt.
Mein Anbieter sagt, es sei alles in Ordnung.
Lass dir zeigen, woran er das festmacht. Die fünf Punkte oben kann er dir am Bildschirm vorführen, jeden einzeln. Wenn stattdessen von Sichtbarkeit und Reichweite die Rede ist, hast du keine Antwort bekommen.
Zählt eine Seite mit einer einzigen Unterseite schon als veraltet?
Umfang und Alter haben nichts miteinander zu tun. Eine einzelne, sauber gebaute Seite mit Adresse, Leistungen und Rufnummer reicht für viele Betriebe aus. Veraltet wird sie an den Punkten oben, nicht an der Zahl ihrer Unterseiten.
Woran merke ich, dass jemand mir etwas einreden will?
An unbelegten Zahlen. Wer dir sagt, wie viele Kunden du verlierst, ohne zu sagen, woher er das weiß, rät. Und wer am Telefon einen Mangel behauptet, den du selbst in der Adresszeile nachsehen kannst, hat vorher nicht nachgesehen.

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Max Schneider